100 Jahre Insulin – ein grosses Jubiläum und eine Erfolgsgeschichte

In diesem Jahr blicken wir auf 100 Jahre Insulin in der Diabetes mellitus-Therapie zurück. Im Jahr 1923 war unsere Vorgängerfirma Farbwerke Hoechst eines der ersten Unternehmen, dem es gelang, Insulin von gleichbleibend hoher Qualität im grossen Massstab zu produzieren – darauf sind wir stolz.
In der Münchner Medizinischen Wochenschrift erschien am 23.11.1923 die erste Anzeige für «Insulin Hoechst». In den folgenden Jahrzehnten kamen immer wieder wesentliche Beiträge zum Fortschritt der Insulintherapie aus Frankfurt-Höchst (Deutschland) – daran hat sich bis heute nichts geändert.

Pioniere des Insulins

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand die einzig mögliche Therapie bei Diabetes mellitus in strengen diätetischen Massnahmen. Menschen mit Typ-1-Diabetes verstarben an der Stoffwechselkrankheit. Erst 1921 kam mit der Entdeckung des Insulins durch kanadische und europäische Forscher der ersehnte Durchbruch, der es seither Millionen von Menschen weltweit erlaubt, besser mit der Erkrankung zu leben.

1921 brachte die Forschungsarbeit von Frederick Banting, Charles Best, James Collip und John Macleod an der Universität Toronto den Durchbruch: Ihnen gelang es, Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren zu extrahieren und dessen Wirkung am Menschen zu erforschen. Erster erfolgreich therapierter Patient war der 14-jährige Leonard Thompson, der vor Beginn der Insulintherapie bis auf die Knochen abgemagert war, nicht einmal mehr 30 kg wog und immer wieder ins Zuckerkoma fiel. Unter Insulin besserte sich sein Zustand binnen weniger Wochen erheblich.

Insuline aus Frankfurt

Seit fast 100 Jahren – seit dem Jahr 1923 – gibt es Insuline «made in Frankfurt». Während Insulin früher aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen wurde, erfolgt die Produktion der verschiedenen Insuline von Sanofi seit der Jahrtausendwende ausschliesslich biotechnologisch. Ausgehend von gentechnisch modifizierten Escherichia coli Bakterien entstehen in einem aufwendigen, aus etwa 130 Einzelschritten bestehenden biotechnologischen Prozess, Humaninsulin, Insulin glargin, Insulinglulisin, die Biosimilars Insulin lispro und Insulin aspart (nicht in der Schweiz verfügbar) sowie die Kombination eines Basalinsulins mit einem GLP1-Rezeptorantagonisten.

Die Insulinpatronen und -pens werden ebenfalls in Frankfurt hergestellt. Jährlich werden nahezu 400 Millionen Insulinpens auf den modernen Fertigungslinien in Frankfurt-Höchst hergestellt und insgesamt mehr als 600 Millionen Ampullen/Flaschen zur Injektion und Infusion. Über 1,3 Millionen Menschen mit Diabetes vertrauen den Sanofi-Insulinen. In die Hochtechnologie zur Herstellung dieser Produkte am Standort Frankfurt wird ständig investiert. Von der Forschung über Entwicklung, Produktion und Fertigung bis hin zur Produktion der Devices und dem Vertrieb ist die komplette Wertschöpfungskette der Sanofi-Insuline in Deutschland zu finden.

Insulin wurde mit der Zeit immer verträglicher

Bereits 1912 begann Hoechst mit der Erforschung von Extrakten aus tierischen Bauchspeicheldrüsen zur Diabetes-Therapie. Das Unternehmen verbesserte das aus Toronto bekannte Verfahren und brachte im Oktober 1923 «Insulin Hoechst» in Europa auf den Markt. Im Jahr 1936 gelang es Hoechst als erstem Insulinproduzenten, seine gesamte Produktion auf kristallines Insulin umzustellen, womit eine bessere Reinigung des Insulins erreicht wurde, verbunden mit einer Verbesserung der lokalen Verträglichkeit.

Von nun an ging es Schlag auf Schlag – es folgten Jahrzehnte voller Innovationen. Ab 1970/71 wurde für alle Präparate nur noch chromatographisch aufgereinigtes Insulin eingesetzt. Unverträglichkeiten verschwanden damit fast vollständig. Nächstes Ziel war die Entwicklung von Humaninsulin. Der grosse Durchbruch gelang 1976, als Hoechst erstmals halbsynthetisches Humaninsulin herstellte.

Heute wird Insulin biotechnologisch hergestellt

Die von Hoechst mit Nachdruck betriebene Entwicklung innovativer Synthesemethoden für das Humaninsulin liess unter anderem eine neue Methode zur Herstellung körpereigener Stoffe interessant werden: die Gentechnologie. Im Juli 1994 erhielt Hoechst die Genehmigung für den Betrieb der biotechnischen Produktion von Humaninsulin. Im Jahr 2000 hat die Einführung des langwirksamen Insulinanalogons Insulin glargin die basale Insulintherapie nahezu revolutioniert und einen Standard gesetzt. Seit der Jahrtausendwende produziert Sanofi alle Insuline ausschliesslich biotechnologisch.

Individualisierung der Therapie

Die Insulintherapie heute ist nicht mehr zu vergleichen mit jener des letzten Jahrhunderts. Innovationen sind heute mehr als Medikamente, sie sollen die Therapie zukünftig vielmehr individualisieren. Dazu wird Sanofi auch zukünftig interventionelle sowie nicht-interventionelle Studien mit den Insulinen durchführen und Therapieverläufe mit modernen wissenschaftlichen Analysemethoden auswerten und publizieren, um neue Real World Evidence in der Diabetesbehandlung zu gewinnen. Gleichzeitig bereitet sich Sanofi auf den nächsten Zyklus mit einer Auswahl innovativer Lösungen für Patienten vor. Dafür arbeitet Sanofi gemeinsam mit Partnern an Lösungen, die das individuelle Blutzuckermanagement in den Mittelpunkt eines vernetzten Ökosystems stellen, um Patienten zu ermöglichen, noch selbständiger und erfolgreicher ihre Diabetestherapie zu managen. Ziel ist es, dass Menschen mit Diabetes gut leben und ihre Erkrankung einfach und bequem, ohne Angst und emotionale Belastung bewältigen können.

Diabetes ist eine weltweite Epidemie, die schneller wächst, als die Gesundheitssysteme mithalten können - mehr als 463 Millionen Menschen weltweit leben täglich mit Diabetes. In der Schweiz sind es schätzungsweise 500'000.

DIABETES.YOUR.TYPE.

Bei Sanofi setzen wir darauf, dass die Behandlung auf individuellen Bedürfnissen basiert. Mit Schulungsprogrammen, innovativen Arzneimitteln und Behandlungsbegleitern ist es unser Ziel, Menschen mit Diabetes zu unterstützen, indem wir individualisierte Therapiemöglichkeiten bieten. Wir sind überzeugt, dass die Gesundheitsversorgung so individuell sein sollte wie Sie.

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